Nackenverspannungen - Arten, Symptome & Begleiterscheinungen
Nackenverspannungen entstehen meist durch Fehl- und Überbelastung, Bewegungsmangel, Stress oder eine ungünstige Schlafhaltung; typische Symptome sind ein steifer, schmerzender Nacken, Bewegungseinschränkungen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohrgeräusche. Akute Verspannungen klingen oft binnen weniger Tage bis drei Wochen ab. Schnelle Linderung bringen Wärme, sanfte Bewegung, Dehnübungen und Stressabbau. Halten die Beschwerden länger an, verschlimmern sie sich oder treten neurologische Ausfälle auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Key Facts – Nackenverspannungen
- Häufigste Ursache: Fehl- und Überbelastung der Nackenmuskulatur — etwa durch Bildschirmarbeit, Handynacken oder einseitige Haltung.
- Leitsymptome: Steifer, schmerzender Nacken, Bewegungseinschränkung, Muskelverhärtungen, oft begleitet von Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohrgeräuschen.
- Dauer: Akute Verspannungen klingen meist in wenigen Tagen bis drei Wochen ab; chronische können rund zwölf Wochen anhalten.
- Wann zum Arzt: Bei Beschwerden über mehrere Wochen, Verschlimmerung oder zusätzlichen Ausfallerscheinungen — zunächst Hausarzt, dann Orthopäde.
- Vorbeugung: Ergonomische Haltung, passendes Kissen und Matratze, Wärme, regelmäßige Bewegung und Stressabbau.
Nackenverspannungen: Wenn die Nackenmuskulatur streikt
Nahezu jeder Erwachsene musste bereits einmal mit den Problemen einer verhärteten Nackenmuskulatur kämpfen. Diese Nackenverspannungen sind schließlich nicht umsonst die zweithäufigste Ursache für Dysbalancen des Bewegungsapparats, die sich direkt hinter der Volkskrankheit Rückenschmerzen auf Platz zwei der chronischen oder akuten Krankheitsbilder zeigen.
In Verbindung damit fragen sich zahlreiche Betroffene, was kann Nackenverspannungen alles auslösen und vor allem, wie lange dauert es, bis sich diese wieder aufheben? Immerhin belasten sie die Personen zunehmend im Alltag sowie bei der Ausübung des Berufs und erfordern eine schnelle sowie langfristige Behandlung, die nicht nur Schmerzen bekämpft, sondern eben auch die Gründe für einen verspannten Nacken auslöscht.
Wenn die Rede von einer Nackenverspannung ist, handelt es sich daraufhin meistens um eine zu stark beanspruchte Muskulatur innerhalb der Nackenregion, die mit Verhärtungen oder Blockaden reagiert. Unser Nacken befindet sich rund um unsere Halswirbelsäule und setzt sich aus vielen verschiedenen Nerven, den Wirbelkörpern sowie unzähligen Muskelgruppen zusammen, die unterschiedliche wichtige Aufgaben für die Mobilität oder Kopfzentrierung besitzen.
Nackenverspannungen sind hierbei das Ergebnis eines regelrechten Teufelskreises, bei welchem die Muskulatur überlastet wurde, was wiederum weitere Symptome mit sich bringt.
Ursachen für Nackenverspannungen
Am häufigsten lässt sich tatsächlich die Fehl- oder Überbelastung als Ursache für Nackenverspannungen nennen. Insbesondere einseitige Nackenverspannungen sind die Folge einer fehlerhaften Bewegung oder einer ungünstigen Position, bei welcher die eine Halsseite permanent überstreckt und worden ist. Auch die falsche Höhe des Computerbildschirms, die Handynutzung (Stichwort Handynacken) oder Zugluft sind potenzielle Gründe dafür, dass sich eine Verspannung einstellt.
Im Zuge dessen wäre es auch denkbar, dass Disharmonien des Bewegungsapparats wie Bandscheibenschäden oder Probleme mit den Wirbelkörpern als Indikator genannt werden. Ähnlich wie Brüche der Wirbel, Muskelzerrungen, Verletzungen am Bewegungsapparat oder innere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzgefäßkrankheit, könnten die erwähnten Beschwerden eine Verspannung der Muskulatur begünstigen.
Seltener, aber doch denkbar sind obendrein:
- Gehirnhautentzündung
- Bandscheiben oder Wirbelinfektionen
- Nackenzungensyndrom
- Bewegungsstörungen mit unwillkürlich ablaufenden Kopfzuckungen
- Rheuma, Osteoporose oder Morbus Bechterew
- Gehirnblutungen
- Tumore
- Fibromyalgie
- Zahnprobleme mit einhergehender Kausystem-Dysbalance oder aber einer Kieferschiefstellung
Auch ein Zusammenspiel aus Migräne und Nackenverspannungen wäre denkbar, wobei die verhärtete Muskulatur des Nackens als Teilsymptom eines Migräneanfalls auftreten könnte. Allerdings gibt es noch zahlreiche andere Risikofaktoren, die eine Verspannung im Nacken hervorrufen.
Arten der Nackenverspannung
Nicht jede Muskelblockade ist identisch. Im Gegenteil, es gibt unterschiedliche Arten einer Verspannung, die mit anderen Symptomen und Auslösern verbunden sein kann.
Oftmals zeigen sich dabei die nachfolgenden Ausführungen des verspannten Nackens.
Chronische Nackenverspannung
Chronische Nackenverspannungen beschreiben eine Problematik, die über einen längeren Zeitraum hinweg (mehrere Wochen) anhält oder immer wieder auftritt. Sollten sich zum Beispiel dauerhafte Nackenverspannungen einstellen oder es kommt in regelmäßigen Abständen morgens zu Verspannungen sowie zu einem stetig wiederkehrenden Schmerzreiz mit Verhärtungen der Nackenmuskulatur lässt sich das als chronisch betrachten.
Die chronischen Nackenverspannungen Symptome müssen hierbei nicht zwingend immer identisch ausfallen, sondern könnten sich im Verlauf durchaus voneinander unterscheiden und auch in ihrer Stärke variieren. Das heißt es kann mitunter eine sehr heftige Verspannung in einem bestimmten Nackenbereich einsetzen, die sich zwar mit der Zeit verringert, aber trotzdem noch präsent ist oder die zunächst vollkommen verschwindet, nach einigen Wochen oder Monaten bei einem falschen Dreh oder Überbelastung allerdings erneut spürbar wäre, dann weniger heftig oder deutlich stärker.
Nackenverspannung ohne Schmerzen
Nicht jede Nackenverspannung muss zwingend starke Schmerzen mit sich bringen. Es gibt auch Fälle, in denen eine Nackenverspannung ohne jegliche Schmerzen in Erscheinung tritt. Dann kommen meist andere Symptome zum Vorschein, zum Beispiel entsteht dann ein Schwindel durch die Nackenverspannung oder es zeigen sich ein Kribbeln auf der Kopfhaut sowie ein Stechen im Ohr aufgrund der Nackenverspannung.
Somit wird deutlich, wie vielschichtig die Symptome einer verhärteten Muskulatur innerhalb der Nackenregion ausfallen könnten. Nur weil sich hierbei nicht immer ein Schmerzreiz zeigt, heißt das aber nicht, dass die Beschwerden für den Betroffenen weniger schlimm sind. Immerhin wären ein permanentes Kopfrauschen oder Kopfstiche durch eine Nackenverspannung ebenfalls sehr belastend für die Person und erfordern eine entsprechende Behandlung.
Vegetatives Nervensystem und Nackenverspannung
Bei einer Nackenverspannungen denken die meisten zunächst an rein körperliche Ursachen wie zum Beispiel die Fehlbelastung. Doch, Nackenprobleme könnten auch einen anderen Indikator haben, nämlich das vegetative Nervensystem. Jenes wird oftmals als autonomes Nervensystem beschrieben, das sämtliche Funktionen unterbewusst und ohne willkürliche Steuerung vollzieht. Es setzt sich aus dem Sympathicus sowie dem Parasympathicus als Spieler und Gegenspieler zusammen.
Während der Sympathicus für die Leistungssteigerung verantwortlich ist, hat der Parasympathicus die Aufgabe, Entspannung und Ruhe sowie eine regulierte Verdauung zu kontrollieren. Sofern der Sympathicus jedoch aufgrund von zu viel Belastung, Stress, Aufregung oder anderen psychischen Faktoren permanent überreizt ist, könnte sich diese Problematik auf den gesamten Bewegungsapparat sowie die inneren Organe übertragen.
Dann wäre das vegetative Nervensystem für Nackenverspannungen, Verdauungsprobleme, Migräne oder Spannungskopfschmerzen verantwortlich.
Nackenverspannung und die Psyche
Wie eben schon erwähnt, denken viele bei Nackenverspannungen mit Brustschmerzen, Schwindel oder anderen Dysbalancen nur an die körperlichen Gründe. Dabei kann eine Nackenverspannung auch durch die Psyche eisnetzen. Unser mentales Wohlbefinden ist nachhaltig daran beteiligt, auch den Allgemeinzustand zu lenken. Sollten also psychische Kriterien wie Depressionen oder Angsterkrankungen, permanenter Stress, soziale Isolation oder ähnliches auftreten, verkrampft sich unsere Muskulatur, insbesondere die Muskeln in der Halsregion, und es kommt zu schmerzhaften Nackenverspannungen, die keinen physischen Grund besitzen und rein psychosomatisch hervorgerufen wurden.
Das vegetative Nervensystem und Nackenverspannungen, also Nackenverspannungen aufgrund der Psyche sind ein unterschätzter, aber sehr häufiger Grund für die Beschwerden.
Triggerpunkte im Nacken und der Schulter
Wenn die Schulter-Nackenmuskulatur überlastet wurde, könnten auch Triggerpunkte im Nacken Schulter Bereich entstehen. Diese verursachen daraufhin Schmerzen und Verspannungen in den Muskeln, begünstigen, dass die betroffene Person in eine Schonhaltung geht und sich vielleicht sogar weitere Symptome zeigen. Triggerpunkte können auf Röntgenbildern allerdings nur schwer bis gar nicht dargestellt werden, weshalb eine entsprechende Diagnose jener schmerzhaften Knötchen innerhalb der Muskulatur schwierig wäre. Insofern sich also im Nackenbereich kleine Knubbel zeigen, die schmerzen und hart sind, deutet dies auf Triggerpunkte hin. Sie lassen sich durch Entspannung, Physiotherapie, eine gezielte Nackenmassage oder auch Wärme lindern, wobei Sie langfristig ebenfalls über eine Entlastung der Nackenmuskulatur nachdenken müssen.
Was kann Nackenverspannung alles auslösen?
Nackenverspannungen haben, wie Sie inzwischen schon wissen, unzählige Ursachen, die wir bereits erwähnt haben. Wir möchte uns nun noch einmal einigen Zusammenhängen widmen, die vielleicht nicht auf den ersten Blick naheliegen, jedoch trotzdem zu Nackenverspannungen führen könnten, darunter:
Nackenverspannung nach der Coronaimpfung
Bei einer Covid-19-Impfung können ebenfalls Verspannungen als Nachwirkung auftreten. Gerade Frauen klagten mitunter im Anschluss an die Coronaschutzimpfung über Verspannungen im Nacken. Da es sich um natürliche Begleiterscheinungen handelt, sollten diese auch ohne weitere Behandlung nach einige Tagen von selbst wieder verschwinden.
Nackenverspannung durch Magnesiummangel
Unser Körper ist auf die verschiedensten Stoffe angewiesen. Gerade Magnesium hat eine wichtige Funktion für die Reizweiterleitung zwischen der Muskulatur und den Nerven. Sobald ein Magnesiummangel vorliegt, könnte es daher zu Schmerzen sowie Verspannungen im Nacken oder Rücken kommen, welche ein eindeutiges Indiz dafür sind, dass unser Körper mehr von jenen wichtigen Nährstoffen braucht. Wenn ihm dieser durch zum Beispiel Nahrungsergänzungspräparate zugeführt wird, heben sich auch die Nackenverspannungen langsam wieder auf.
Nackenverspannung nach dem Schlaf
Wer kennt es nicht? Man liegt die Nacht über in einer verdrehten Haltung, wacht morgens auf und spürt Verhärtungen im Nackenbereich. Diese Nackenverspannungen durch eine falsche Schlafposition sind nichts Ungewöhnliches und können nahezu jeden treffen. Auch sie verschwinden, wenn wir uns im Alltag wieder bewegen, leichtes Stretching absolvieren oder etwas Wärme an die blockierten Muskeln abgeben.
Corona und Nackenverspannung
Sollte jemand an Corona erkranken, könnten auch plötzliche, einseitig auftretende Nackenschmerzen als Symptom hinzukommen. Weiterhin ist bekannt, dass die Coronakrise an sich für mehr Verspannungen im Rücken sowie Nacken verantwortlich zu sein scheint, da die Menschen häufiger im Home-Office arbeiten, durch den Lockdown Fitnessstudios teilweise geschlossen waren und sich generell weniger Aktivitäten im Alltag durchführen ließen, die den Muskelblockaden entgegenwirken.
Nackenverspannung und Alkohol
Alkohol ist tatsächlich eine sehr seltene Ursache für Nackenverspannungen, die kaum jemand berücksichtigt. Doch, Alkohol sorgt dafür, dass wir austrocknen und erschwert unsere Elektrolytaufnahme. Sobald der Elektrolythaushalt dadurch ins Wanken gerät, entstehen Kopfschmerzen sowie Nackenverspannungen, welche den Mangel darstellen. Ähnlich verhält es sich auch mit einem erhöhten Nikotinkonsum, der genauso für Nackenprobleme verantwortlich sein könnte.
Nackenverspannung nach der Sauna
Bei einem Gang in die Sauna lässt sich durch den Wärmeeinfluss eigentlich eine optimale Entspannung der Nackenmuskulatur erzielen. Doch, mitunter führt die Hitzeeinwirkung auch zu einem Flüssigkeitsmangel, der sich dann durch in Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen äußert. Achten Sie also während des Saunagangs darauf, dass Sie ausreichend trinken und Ihre Nackenmuskulatur dementsprechend nicht überstrapazieren.
Nackenverspannung und die neue Matratze
Wenn wir zum ersten Mal auf einer neuen Matratze schlafen, wird unser Körper mit einer ungewohnten Haltung konfrontiert, muss sich erst langsam an die neue Unterlage gewöhnen und reagiert zunächst mit Verspannungen im Rücken sowie Nacken. Sobald sich unser Körper an die neue Matratze gewöhnt hat, sind auch die Verspannungen vorüber.
Nackenverspannung nach dem Sport/Training
Wer sich während seines Fitnesstrainings zu sehr verausgabt, zu schwere Lasten hebt oder generell eine falsche Bewegung macht, kann schnell unter Nackenverspannungen leiden. Auch sie erfordern, solange sie sich in einem normalen Rahmen aufhalten, keine ärztliche Begutachtung und verschwinden durch passende Gegenmaßnahmen und etwas Ruhe von alleine wieder.
Nackenverspannung nach einem Sturz
Wenn wir stürzen, gerät unser gesamter Organismus durcheinander. Neben ernsthaften Verletzungen könnten sich hierbei auch leichte Dysbalancen wie eben eine Nackenverspannung einstellen. Sie lässt sich mit den gängigen Hausmitteln wie Wärme, Salben oder Ruhe wieder aufheben und ist für gewöhnlich nichts Beunruhigendes.
Nackenverspannung nach einer Impfung
Eine normale Schutzimpfung löst bei jedem andere Begleiterscheinungen aus. So könnte es sein, dass Armschmerzen auftreten, welche zu einer vorübergehenden Schonhaltung führen und damit auch zu einer Verspannung im Nacken.
Nackenverspannung durch Fehlhaltung
Damit sich Verspannung im Nacken gar nicht erst einstellen können, sollten Sie eine gesunde Körperhaltung beachten. Das bedeutet, Sie versuchen Ihre Wirbelsäule möglichst gerade zu halten, den Rundrücken oder das Hohlkreuz zu vermeiden und insbesondere die Nackenregion nicht zu überstrecken. Wir neigen bei regelmäßiger Bildschirmarbeit aber zum sogenannten Geierhals, weil wir unseren Kopf nach vorne strecken und dadurch die Muskulatur überdehnen. Versuchen Sie also, diesen Teufelskreis zu umgehen und eine angenehme Haltung einzunehmen. Sollte es Ihnen nicht über den ganzen Tag gelingen, wäre es ratsam, immer mal wieder Momente einzubauen, in denen Sie sich ganz bewusst darauf konzentrieren, eine ergonomische Haltung für Ihre Wirbelsäule einzunehmen und die Muskulatur somit zu entlasten.
Teilweise sind auch Nackenverspannungen aufgrund von zu viel Schwermetall im Körper wie zum Beispiel Amalgam-Füllungen, eine verkrampfte Augenmuskulatur, Erkältungen oder Eisenmangel denkbar.
Nackenverspannungen Symptome
Die Symptome bei einem verspannten Nacken sind sehr facettenreich und lassen sich nicht allgemein zusammenfassen. Dabei zeigen sich manche Beschwerden häufiger, während andere Begleiterscheinungen nur selten bei Verspannungen auftreten. Wir erläutern Ihnen deswegen kurz, welche potenziellen Probleme in Verbindung mit einer verhärteten Nackenmuskulatur auftreten könnten.
Welche Symptome sind bei Nackenverspannung häufig?
Zu den häufigsten Beschwerden zählen zunächst die Symptome, die sich unmittelbar im Nacken, in den Schultern und im Kopfbereich bemerkbar machen:
- Schmerzen (im Nacken, den Schultern oder Armen)
- Muskelverhärtungen
- Druckschmerz bei Berührung
- Bewegungseinschränkungen, Stichwort steifer Nacken
- Triggerpunkte
- Kopfschmerzen
- Spannungskopfschmerzen
Darüber hinaus können von einer verspannten Nackenmuskulatur auch entferntere Körperregionen betroffen sein, sodass sich folgende Begleiterscheinungen einstellen:
- Nackenverspannungssymptome an den Augen (z.B. Sehprobleme oder Augenflimmern)
- Schwindelgefühl
- Übelkeit
- Ohrgeräusche
- Kieferschmerzen durch Nackenverspannung
- Nackenverspannung und Herzstolpern, Brustschmerzen sowie innere Unruhe
- Nackenverspannung und Schluckbeschwerden
Ein allgegenwärtiges Symptom sind natürlich Nackenschmerzen. Mehr dazu erfahren Sie hier: Was tun bei Nackenschmerzen?
Welche Symptome bei Nackenverspannungen sind selten?
Neben den typischen Beschwerden gibt es eine Reihe seltenerer Symptome, die ebenfalls mit einer Nackenverspannung in Zusammenhang stehen können. Häufig betreffen diese den Kopf-, Ohr- und Nervenbereich:
- Pulssynchroner Tinnitus
- Tinnitus
- Hörsturz
- Kopfstiche
- Kopfzittern
- Zungenbrennen durch Nackenverspannungen
- Gesichtsschmerzen
Seltener treten zudem Symptome auf, die sich auf die Arme, die Atmung oder das Verdauungssystem auswirken:
- Karpaltunnelsyndrom
- Tennisarm
- Atemnot
- Sodbrennen und Reflux
- Durchfall
- Husten
Was hilft gegen Nackenverspannungen?
Nackenverspannungen lassen sich auf unterschiedliche Arten bekämpfen. Zusammengefasst sollten diesbezüglich immer mehrere Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden, um eine erfolgreiche und schnelle Linderung der Problematik zu erzielen.
Von allgemeinem Stressabbau, über Massagen und Hausmitteln, bis hin zu Medikamenten oder Schmerzmitteln gibt es hier einige Optionen. Auch z.B. das richtige Tapen des Nackens, kann schnell Linderung verschaffen.
Hilfreiche Tipps zum Lösen der Nackenverspannungen gibt es hier.
Vor allem spannungslösende, aber auch vorbeugende Übungen helfen nicht nur akut, sondern auch langfristig bei chronischen Nackenverspannungen.
Der häufigste Fehler ist, den verspannten Nacken komplett ruhig zu stellen — genau das verstärkt die Verhärtung. Bei den allermeisten alltäglichen Verspannungen ist sanfte Bewegung die beste Medizin: Schultern locker kreisen, den Kopf behutsam dehnen und vor allem Wärme einsetzen (Kirschkernkissen, warmes Bad oder Wärmepflaster lockern die Muskulatur spürbar). Wichtig ist aber die Grenze zu kennen: Klingen die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage ab, verschlimmern sie sich oder kommen Kribbeln, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Fieber oder starke Kopfschmerzen hinzu, gehört das ärztlich abgeklärt — nicht selbst behandelt.
Dauer einer Nackenverspannung
Natürlich möchten wir, wenn sich Nackenverspannungen und starke Schmerzen einstellen, dass die Problematik so schnell es nur geht wieder verschwindet. Daher stellt sich die Frage, wie lange dauert es, bis sich Nackenverspannungen lösen? Grundsätzlich lässt sich hierfür keine allgemeingültige Antwort treffen, weil sich die Nackenverspannungsdauer an dem Ausmaß der muskulären Problematik, den eventuellen Vorerkrankungen sowie dem Gesundheitszustand des Einzelnen orientiert.
Weiterhin geht es darum, wie aktiv Sie den Verspannungen entgegenwirken oder ob Sie einfach genauso weitermachen wie bisher und darauf warten, dass sich die schmerzenden Muskelverhärtungen von alleine lösen. Das würde nämlich dazu beitragen, dass sich die Verspannungen eher verschlechtern.
Es lässt sich sagen, dass akute Nackenverspannungen wenige Tage andauern, aber in mindestens drei Wochen wieder verschwunden sein sollten oder auf dem deutlichen Weg der Besserung sein müssen.
Handelt es sich um chronische Nackenverspannungen, dauert es etwas länger, bis sie sich wieder legen und Sie können damit rechnen, dass sie etwa zwölf Wochen lang mehr oder minder stark präsent sind.
Nackenverspannung geht nicht weg
Sollten die Verspannungen in der Nackenregion langfristig vorhanden sein oder sich kontinuierlich verschlechtern, müssen Sie handeln. Eine Nackenverspannung geht nicht einfach weg, insofern keine passenden Maßnahmen ergriffen werden, welche die Beschwerden dauerhaft bekämpfen und für eine rasche Linderung sorgen.
Nachdem Sie sich bei Nackenverspannungen zunächst fragen sollten, welcher Arzt sinnvoll ist, liegt der Fokus auf einer passenden Behandlung. Hier wäre es sinnvoll, zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Mediziner zu führen, denn so kann er erste Informationen rund um die Auslöser der Verspannungen oder aber eventuelle Erkrankungen erhalten.
Daraufhin findet eine körperliche Untersuchung statt, bei sich der Mediziner ein noch genaueres Bild von der Problematik macht. Dazu prüft er die Hals- sowie Kopfmobilität, den allgemeinen Körperbau und tastet die Nackenregion ab, um Verhärtungen, verkrampfte Triggerpunkte im Nacken oder andere Dysbalancen zu erkennen. Weiterhin ist es sinnvoll, bildgebende Verfahren wie ein MRT oder das Röntgen zu nutzen, wenn die Beschwerden anhalten oder weitere Ausfallerscheinungen auftauchen. Im Zuge dessen konzentriert sich die Behandlung durch den Arzt auf eine Verbindung zwischen der erfolgreichen Schmerztherapie, dem Zurückerlangen von Mobilität sowie der Aufhebung der Ursachen, die zu den Verspannungen geführt haben.
Viele neigen auch dazu, die Nackenmuskulatur vollkommen ruhig zu stellen, um sie zu entkrampfen, doch dies wäre wenig sinnvoll. Im Gegenteil, auf diese Weise unterstützen Sie die Muskulatur lediglich darin, noch weiter zu verkümmern oder sich zu verhärten. Darum sollten Sie eine Halskrawatte wirklich nur im äußersten Notfall und für einen begrenzten Zeitraum als Maßnahme in Erwägung ziehen, falls sich die Nackenverspannungen nicht aufheben lassen.
Bei Nackenverspannung zu welchem Arzt?
Wenn sich eine dauerhafte Nackenverspannung einstellt oder die Probleme länger andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung der Verspannungen innerhalb der Muskulatur lassen sich zunächst durch einen Hausarzt abklären, vor allem dann, wenn sie erstmalig aufgetreten sind und noch keine spezifische Ursache vorliegt. Sollte sich durch die Erstversorgung in der hausärztlichen Praxis allerdings zeigen, dass eine ernsthaftere Ursache dafür verantwortlich ist oder sich die Verspannungen verschlimmern, wäre es ratsam, einen Orthopäden oder aber einen auf Unfallchirurgie spezialisierten Facharzt aufzusuchen.
Nackenverspannung vorbeugen
Jetzt noch einige Hinweise, wie Sie Nackenverspannungen präventiv entgegentreten können.
Richtiges Kissen
Das richtige Kissen ist sehr wichtig, um Nackenverspannungen vorzubeugen. Es bietet sich an, ein spezielles Nackenkissen zu nutzen, welches aufgrund seiner Formgebung dazu beiträgt, dass die Halswirbelsäule während des Schlafens gerade sowie ergonomisch gebettet wird. Auch ein Seitenschläfer-Kissen wäre von Vorteil. Achten Sie auf eine gute Qualität und auf einen hohen Komfort, denn Sie sollten auf dem Kissen bequem schlafen können.
Ergonomische Haltung/passende Matratze
Nicht zuletzt muss auch die passende Matratze gewählt werden, weil ansonsten keine gesunde Haltung während des Schlafens möglich ist. Die Folgen sind nicht nur Rückenschmerzen, sondern eben auch Verspannungen, die den Nacken betreffen. Wählen Sie eine Matratze, die den passenden Härtegrad besitzt, sich Ihrer Wirbelsäulenform anpasst und dazu beiträgt, an den empfindlichen Regionen wie dem Nackenbereich für eine orthopädisch-korrekte Lagerung Ihrer Wirbelsäule zu sorgen. Am besten lassen Sie sich hierfür in einem Fachgeschäft beraten oder suchen im Internet nach passenden Bewertungsplattformen, um die ideale Matratze zu finden.
Zugluft vermeiden
Zugluft kann schnell zu einem verspannten Nacken führen, gerade bei Personen, die sehr empfindlich sind. Deshalb empfiehlt es sich, den Halsbereich weitestgehend vor jener zu schützen.
Nacken warmhalten
Wärme ist sehr vorteilhaft gegen chronische Nackenverspannungen oder hartnäckige Spannungsgefühle im Nackenbereich. Ganz gleich, ob ein Kirschkernkissen, ein Wärmepflaster, die Wärmflasche oder eine Infrarot-Lampe: durch die positiven Eigenschaften dieser Art von Thermotherapie gelingt es, verkrampfte Muskeln behutsam zu lockern. Hier wäre auch ein wohltuendes, warmes Bad zur ganzheitlichen Entspannung sinnvoll.
Tipps gegen Nackenverspannungen
Bewegung hilft, um Nackenverspannungen sanft zu lösen. Hierbei bieten sich spezielle Übungen gegen Nackenverspannungen an, mit denen die eingeschränkte Bewegung sowie die verkrampfte Muskulatur als Schmerzkreislauf durchbrochen werden. Dabei wäre es ratsam:
- Regelmäßig die Schultern auszulockern: Einfach während der Einatmung die Schultern kurz anheben, während der Ausatmung fallen lassen und dies über den Tag verteilt immer mal wieder für vier bis fünfmal wiederholen
- Schwingende Arme: Hüftbreite Position einnehmen, Arme locker nach links und rechts schwingen, Schultern und Oberkörper bleiben starr, Übung über den Tag verteilt mehrere Male wiederholen
- Halsdehnung: Aufrechte Position einnehmen, Kopf ganz behutsam nach links beugen, rechte Hand nach unten strecken, Position etwa 10 bis 12 Sekunden halten, Ausgangsposition einnehmen und die Übung auf der anderen Seite erneut durchführen
- Kreisende Schultern: Schultern ganz leicht nach vorne sowie hinten kreisen, Übung über den Tag hinweg mehrere Male wiederholen
Achten Sie darauf, die Nackenverspannungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Regelmäßige Bewegung, eine gesunde Haltung und Ruhe sind hier richtungsweisend. Auch Wärme und Stretching helfen, die Auslöser der Verspannung sowie die Beschwerden zu lindern. Vergessen Sie hierbei niemals, dass Nackenprobleme auch psychisch-bedingt sein könnten und suchen Sie dringend einen Arzt auf, wenn sich die Dysbalancen nicht nach einigen Tagen langsam wieder lindern.
Fazit
Nackenverspannungen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparats und haben meist harmlose Ursachen: Fehl- und Überbelastung, Bewegungsmangel, Zugluft, Stress oder eine ungünstige Schlafhaltung. Die Symptome reichen vom steifen, schmerzenden Nacken über Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Ohrgeräuschen. In den allermeisten Fällen klingen akute Verspannungen innerhalb weniger Tage bis drei Wochen wieder ab — vor allem, wenn Sie aktiv gegensteuern: mit Wärme, sanfter Bewegung, gezielten Dehnübungen und Stressabbau statt Schonhaltung. Achten Sie vorbeugend auf eine ergonomische Haltung, ein passendes Kissen und eine geeignete Matratze. Halten die Beschwerden über mehrere Wochen an, verschlimmern sie sich oder treten zusätzliche Warnzeichen wie Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen oder Fieber auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen — zunächst beim Hausarzt, bei Bedarf beim Orthopäden.
Häufige Fragen zu Nackenverspannungen
Wie lange dauert eine Nackenverspannung?
Akute Nackenverspannungen klingen meist innerhalb weniger Tage ab und sollten spätestens nach rund drei Wochen verschwunden oder deutlich auf dem Weg der Besserung sein. Chronische Verspannungen können hingegen etwa zwölf Wochen lang mehr oder weniger stark anhalten. Wie schnell die Beschwerden zurückgehen, hängt stark davon ab, ob Sie aktiv gegensteuern oder die Muskulatur weiter belasten.
Wann sollte ich mit Nackenverspannungen zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Verspannungen über mehrere Wochen bestehen, sich verschlimmern oder immer wiederkehren. Treten zusätzlich Warnzeichen wie Taubheitsgefühle, Kribbeln, Lähmungserscheinungen, starke Kopfschmerzen, Fieber oder Schwindel auf, sollten Sie die Ursache zügig abklären lassen. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt; bei Verdacht auf eine ernsthaftere Ursache überweist er an einen Orthopäden oder Facharzt.
Was hilft schnell gegen Nackenverspannungen?
Schnelle Linderung bringen meist Wärme (Kirschkernkissen, Wärmepflaster, warmes Bad), sanfte Bewegung und leichte Dehnübungen sowie das bewusste Lockern der Schultern. Auch eine gezielte Nackenmassage und der Abbau von Stress können helfen. Wichtig ist, die Muskulatur nicht komplett ruhigzustellen, da eine Schonhaltung die Verspannung eher verstärkt.
Was sind die häufigsten Ursachen für Nackenverspannungen?
Die mit Abstand häufigste Ursache ist eine Fehl- oder Überbelastung der Nackenmuskulatur, etwa durch langes Sitzen am Bildschirm, den sogenannten Handynacken, einseitige Haltung oder Zugluft. Auch eine ungünstige Schlafposition, Stress und psychische Belastungen sowie Bewegungsmangel begünstigen Verspannungen. Seltener stecken Erkrankungen des Bewegungsapparats oder ein Magnesiummangel dahinter.
Können Nackenverspannungen Schwindel und Kopfschmerzen auslösen?
Ja, das ist möglich. Eine verspannte Nackenmuskulatur kann sich über den Hals- und Kopfbereich auswirken und Begleiterscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Ohrgeräusche hervorrufen — auch dann, wenn der Nacken selbst kaum schmerzt. Treten Schwindel oder Kopfschmerzen jedoch stark, plötzlich oder anhaltend auf, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um andere Ursachen auszuschließen.
Wie kann ich Nackenverspannungen vorbeugen?
Vorbeugend wirken eine ergonomische, aufrechte Körperhaltung, regelmäßige Bewegung und kurze Lockerungsübungen über den Tag verteilt. Ein passendes Nackenkissen und eine zur Wirbelsäule passende Matratze sorgen für eine gesunde Schlafhaltung. Schützen Sie den Nacken zudem vor Zugluft, halten Sie ihn warm und achten Sie auf Stressabbau, da auch psychische Belastung Verspannungen begünstigt.


